Aktuelle Informationen

„Magic acoustic Guitars“ bringen die Luft im Kulturschuppen zum Vibrieren

26.09.2016 09:38

Das hätte Mozart auch gefallen

Meckenbeuren (wie) Wenn der Mann mit den roten Schlangenschuhen, Matthias Waßer die Gitarre mit dem Bogen streicht und Roland Palatzky rhythmisch versiert und kreativ die Gitarre zugleich als Schlagzeug benützt, dann sind brillante Musiker am Werk und es gibt tosenden Applaus. Nur nicht von dem, der nach lautstarken „Wow“ erst einmal vor Ehrfurcht erstarrt.

So war‘s im Kulturschuppen am Freitagabend beim Konzert der brillanten Gitarristen, die sich für diesen Abend den ehemaligen Gibsy Kings-Bassisten Sandro Gulino ins Boot geholt hatten. Durch Mark und Bein der Gäste spielten sie sich, virtuos und voller Leidenschaft und ließen so manchen Klassiker wieder aufleben. Mit den „Sultans of Swing“ der Dire Straits eröffneten sie ihr Konzert, holten „Rodrigo y Gabrielas“ Wiking Man auf die Bühne und begeisterten ihre Gäste gefühlvoll mit dem „Hotel California“ der Eagles oder Waßer’s eigener Ballade.

Beim Flug des „Albatross von Fleetwood Mac“ durch Meckenbeurens Kulturschuppen, lehnten sich die Gäste wohlig zurück. So wie der Herr aus Reihe 2 nach „Mozarts Rondo alla Turca“ in „Magic acoustic Guitars‘-Manier“, der geplättet behauptete: „Das hätte Mozart auch gefallen“. „Mehr kann man aus diesem Instrument gar nicht herausholen“, so wurde es  in der Pause begeistert diskutiert und  unglaublich sei, wie Waßer jeden Zentimeter der Saiten nutze. Gitarrenklang auf höchstem Niveau lieferte das preisgekrönte Duo das bei der Goldenen Künstler-Gala 2014 die Auszeichnung „Künstler des Jahres 2014“ erhielt.

Schonungslos wettert Hans Günter Butzko gegen Gesellschaft, Politik und Religion

26.09.2016 09:36

Herr lass Hirn vom Himmel regnen oder Backsteine – Hauptsache Du triffst

Meckenbeuren (wie) Wenn’s im Kulturschuppen am Gleis1 mucksmäuschenstill wird, dann hat „HG Butzko“ zugeschlagen. Er bringt Kai Diekmann hinter Gitter, schickt Politiker mit Hella von Sinnen auf den Christoper Street Day und behauptet, dass der Unterschied zwischen der christlichen Miliz in Uganda und den Islamisten, die Sendezeit ist, die ihnen die Medien widmen.

Tja, und wenn das Thema nicht so ernst gewesen wäre, dann hätten die Gäste am Gleis 1 noch viel mehr zu lachen gehabt, beim brillanten Redner und dem „freien Radikalen des deutschen Kabarett“, der „auf Schalke aufgewachsen ist“ und erst vor kurzem den Bayrischen Kabarettpreis 2016 überreicht bekam. „Wir wollen keine Zustände wie in Westdeutschland“, warf er den ersten Stein gen Osten und Pegidas Machenschaften und setzte zugleich den Stachel in Deutschlands Bildungspolitik. „Die Islamisierung an deutschen Schulen ist bereits fortgeschritten“, frohlockte er von Meckenbeurens Kulturbühne, „es werden arabische Zahlen gelehrt und die lateinische Schrift“. Wohlverdient habe die Politik solche „Blödbirnen“, wenn sie so wenig in die Bildung investiere.

Er integrierte Ostfriesen  so schwer in Oberbayern, wie die Flüchtlinge im ganzen Land und stellte die große Frage nach dem sichersten Ort im Dunkeln? „Der Wald natürlich, aber nur ohne die Familie…!“. Er packte alle bei der Nase: Die Medien und ihre Berichterstattung, die sich zum „Unterstützer machen für die Terroristen“ und dazu „40000 Tote durch Krankenhauskeime“ in den Hintergrund verdrängen. Die Bibel und den Koran, aus denen er las und keine Unterschiede finden konnte. Den muslimischen Vater der in der Schule die weibliche Lehrkraft missachte und im gleichen Zuge die deutschen Männer beim Rosenmontagszug“. Und schon wieder verstummte das Lachen im Kulturschuppen am Gleis 1 und der Applaus war umso größer.

„Ein Ruck geht durchs Land “ zitierte er die Lokale Agenda 2010, „ein Rechtsruck“, der damit immer weiter vorangetrieben werde mit bestem Erfolg: „Die Reichen wurden reicher, die Armen auch: Zahlreicher. Und die Mittelschicht zum nützlichen Esel, mit der Karotte des Kapitalismus vor der Nase“. Er forderte den Rentenanspruch fürs Grundgesetz im 67. Lebensjahr und keinen Machtanspruch für Religionen. Die AfD machte er zum Fieberthermometer der Gesellschaft und als „gläubiger Atheist, will er einfach nur seine Ruhe haben, vor Kirchenglocken und dem Ruf des Muezzin und einfach nur durchschlafen“.

Musiker von Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle erobern die Gäste am Gleis 1 im Fluge

13.03.2016 19:49

Wenn de Kung-Fu-Feigling mit em Wurschtbrot schmeißt

„Ausverkauft und das ist kein Wunder“, weiß heute jeder, der am Freitagabend dabei war im Kulturschuppen  oder wie Stumpfes Musiker sagen, „im Schmuckstückle von Meckabeire, wo jeder irgendwann Halt macht, wenn er sich auf Welttour befindet“. Sie wirbelten über die Bühne, tauschten im fliegenden Wechsel Plätze, Instrumente und Rhythmen und strapazierten die Lachmuskeln, vom ersten Moment an bis zum Schluss.

 „Lieder, Themen, Typen aus aller Welt – Welthits halt“, hatten sie im Gepäck und dazu Gitarren verschiedenster Art, Schlagzeuge, Posaune, Trompete, Akkordeons, umgebaute Waschbretter, Klarinette, Klavier und einen Kontrabass, der selbst zur Bühnengymnastik taugte. Genauso vielseitig wie die Instrumentenauswahl, waren ihre Lieder, herrlich komisch und brillant gespielt und auch gesungen. „Mensch läb doch mol, s’isch später als du denksch“, frohlockten sie von der Bühne und hatten so manche Weisheit für die Gäste parat. Erfahrungswerte halt, aus Familie, Beruf und Alltag und aus Upfingens oinziger Wirtschaft, in der der Männergesangsverein zum „Freind, zum guete Freind“ wurde und „natürlich zum „gröschte Schatz den’s geit auf der Welt“.

 Sie machten den „Dagdieb“ zum Traumberuf, setzten ihren brillanten Trompeter auf Kinderstühlen ab und gingen lieber „Baden im See“ als den  „Baden-Württembergischen“ Grenzstreitigkeiten zu begegnen. Herrlich schräg und überaus temperamentvoll kamen sie daher, die Vollblutmusiker, die seit 25 Jahren die Bühnen im Land und den Nachbarländern mit viel Witz und Können erobern und erst Recht all ihre Gäste: Benny Jäger, der Mann, der den Kontrabass auch im Liegen spielte. „Flex“ Michael Flechsler, der brillante Schlagzeuger mit der blonden Zottelmähne. „Manne“ Manfred Arold, der Posaunist mit dem kampftechnischem Hüftschwung und Tenor „Selle“ Marcel Hafner, der Meister an den Saiten.

Der Spaßfaktor war riesengroß am Freitagabend am Gleis 1, bei Country-Sound und Rock’n Roll, bei zünftiger Blasmusik, bei Jazz, Blues, Folk und Heimatliedern, beim alten Serienhit vom  „Kung-Fu-Feigling“, bei schwäbischer Comedy und beim Wurstbrot das beim Vespern bis in die letzten Reihen flog. Und wer da leer ausging, der bekam Willi Forst’s „Du hast Glück bei den Fraun“ als Linsengericht serviert. Natürlich „mit Spätzle und Saite und ohne Salat“. An „einen unbekannten Strand“ lockten sie „Sabine Kowslowski“  im „Biene-Maja-Sound“ erster Güte und ließen sich von ihren Gästen immer wieder zu Zugaben überreden, bis dann „das Bimperle“ so herzzerreißend komisch wehtat und die Gäste noch einmal gefordert waren beim tosenden Applaus. Mit einem Lächeln im Gesicht ging da jeder nach Hause und das erwacht ganz automatisch wieder, beim jedem Gedanken daran.

Wildes Holz bringt beim Neujahrskonzert den Kulturschuppen zum Toben

18.01.2016 20:49

Das hat Meckenbeuren noch nicht gesehen

tl_files/kulturkreis_bilder/artikel/201601_wildesholz/010.JPGMeckenbeuren (wie) Auf ein gutes Neues Jahr haben der Kulturverein und die Bürgerservice GmbH mit ihren Gästen angestoßen und ihnen ein Neujahrskonzert beschert, wie man es noch nicht gesehen, geschweige denn gehört hat. „Wildes Holz“ nennen sich Tobias Reisige, Anto Karaula und Markus Conrads. Die Musiker aus Recklinghausen, die ihre Instrumente beherrschen wie kaum ein anderer und mit ganz viel Leidenschaft ihre Zuhörer restlos begeistern.

„Alles Gute“ wünschte der Kulturvereinsvorsitzende Max Jung den Gästen am Freitagabend mit einem Glas Sekt und „wildes Vergnügen“, mit dem „Wilden Holz“, das schon in den Startlöchern stand. Wie wild der Abend aber tatsächlich werden sollte, das hat da wohl noch keiner geahnt. Denn was diese drei leidenschaftlichen und professionellen Musiker da auf die Bühne zauberten, war wirklich eine Schau und ein herrliches genussvolles Hörerlebnis. Aus Italien hatten sie den „Moretti-Swing“ nach Meckenbeuren gebracht und sind ganz gefühlvoll in den Konzertabend gestartet.

Tobias Reisige an seiner Blockflöte oder einer von zwölfen, die auf der Bühne aufgereiht auf den Meister warteten, der sie zu spielen wusste, wie man es sich gar nicht vorstellen konnte. Der zwei auf einmal spielte, sie als Klöppel für die Trommel verwendete und auch einhändig sein Debut gab, während er mit seinen Partnern, die Bühne rockte oder sich ganz einfach mit ihnen unters Publikum mischte. Da erklang Bach, den sie Mozart nannten und mit Michael Jackson arrangierten oder „Venga Amor“, das Liebeslied, das das „Wilde Holz“ ganz zahm werden ließ.  Und wenn Reisige die Finger über die Klappen fliegen ließ, dann strapazierte Anto Karaula die Saiten bis zum Äußersten in brillanter Weise. Zeigte, wie rockig sich eine Konzertgitarre spielen lässt und wie genauso traumhaft glockenklar sie klingen kann. Und Markus Conrads wirbelte den Kontrabass durchs ganze Konzert, als wäre es aus Pappe, spielte heraus, was nur irgendwie möglich schien und ließ viel Leidenschaft spüren, bei den klassischen Stücken genauso wie, beim Rock, Popp oder Jazz.

Und wenn die Musiker dann mal eine Atempause machten, dann pfiffen die Gäste im Saal den Takt des Liedes, Klatschen oder schnipsten mit den Fingern, waren mitgerissen und restlos begeistert. Und spätestens bei der Fahrt durch die Hölle und AC/DC’s „Highway to hell“, da hielt sie nichts mehr auf den Stühlen. Unentwegt forderten sie Zugaben ein, trampelten dass der Schuppen fibrierte und beim großen Finale, da sangen sie einfach alle lächelnd mit: „Hey Pippi Langstrumpf, hollahi-hollaho-holl-hopsasa“.

„De Strawanza“ begeistern am Gleis 1 mit herrlichen Improvisationen und ganz viel Gefühl

21.12.2015 19:35

Augen zu, zurück lehnen und genießen

tl_files/kulturkreis_bilder/artikel/201512_strawanza/025.JPGMeckenbeuren (wie) Ein Weltenbummler-Quartett erster Klasse haben der Kulturverein und die Bürgerservice Meckenbeuren GmbH ihren Gästen am Samstagabend im Kulturschuppen geboten und ihnen sehr viel Freude bereitet. Denn so herrlich improvisiert haben sie die „Stille Nacht, Heilige Nacht“ noch nicht gehört und schon beim kleinen Wink von Strawanza-Gründer Mathi Kainz sangen sie alle gerne mit.

Grad so, als hätten sie nur darauf gewartet, stimmten sie mit ein. Sie hatten schon bei den ersten Tönen verhalten mit gesummt und sich gefreut, über dieses herrliche Konzert. Das Weltenbummler-Quartett, nahm sie mit auf die musikalische Reise durch die Welt, durch die Weihnachtszeit und die Gefühle. Sie ließen „Schneeflöckchen“ im Kulturschuppen fallen, zogen musikalisch mit Maria durch den Dornenwald und wurden „zum Kunstschmied für „Oh Tannenbaum“, der dieses Mal jazzig mit dem Saxophon daherkam, rockig mit dem E-Bass und harmonisch herrlich gestützt vom Mann am Cello.

„Wir haben de Strawanza schon beim Kulturufer kennengelernt“, war es in der Pause zu hören, „und mussten heute einfach hierher um sie noch einmal zu hören“. Weshalb das so war, das durften alle Gäste an diesem Abend selbst erleben beim Spiel vom Tenor- und Sopransaxophonisten Mathi Kainz und Susanne Obereder an der Drehorgel und als Sängerin. Sie haben die „De Strawanza“ ins Leben gerufen und werden im Quartett begleitet von Michael Karbowski an der Gitarre und Domenic Gaito/JuGhan am Kontrabass. Ein Quartett haben sie geschaffen, das durch Leidenschaft besticht, das seine Instrumente so herrlich zu spielen weiß und Können zeigte und ganz viel Gefühl bei ihren stimmungs- und temperamentvollen Improvisationen.

Beim spanischen Liebeslied genauso wie beim Tanz der Brasilianerinnen oder beim polnischen Weihnachtsblues von „Maria und Josef und ihrem Baby, das sie in unwirtlicher Umgebung zur Welt bringen mussten“. „Still, still, still, weil s’Kindlein schlafen will“ schallte es ebenso sanft von Meckenbeurens Kulturbühne. Zumindest zu Beginn des alten Kinderliedes. Denn bei den jazzigen Passagen, wäre es vorbei gewesen mit Kindlein’s Schlaf. Restlos begeistert war das Publikum von den professionellen Musikern, vom Gesang der Sängerinnen und den herrlichen Improvisationen und dankte es ihnen mit ganz viel Applaus.

Kulturplan

Das aktuelle Veranstaltungsprogramm finden sie auf den Seiten von Kultur am Gleis 1