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Musiker von Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle erobern die Gäste am Gleis 1 im Fluge

13.03.2016 19:49

Wenn de Kung-Fu-Feigling mit em Wurschtbrot schmeißt

„Ausverkauft und das ist kein Wunder“, weiß heute jeder, der am Freitagabend dabei war im Kulturschuppen  oder wie Stumpfes Musiker sagen, „im Schmuckstückle von Meckabeire, wo jeder irgendwann Halt macht, wenn er sich auf Welttour befindet“. Sie wirbelten über die Bühne, tauschten im fliegenden Wechsel Plätze, Instrumente und Rhythmen und strapazierten die Lachmuskeln, vom ersten Moment an bis zum Schluss.

 „Lieder, Themen, Typen aus aller Welt – Welthits halt“, hatten sie im Gepäck und dazu Gitarren verschiedenster Art, Schlagzeuge, Posaune, Trompete, Akkordeons, umgebaute Waschbretter, Klarinette, Klavier und einen Kontrabass, der selbst zur Bühnengymnastik taugte. Genauso vielseitig wie die Instrumentenauswahl, waren ihre Lieder, herrlich komisch und brillant gespielt und auch gesungen. „Mensch läb doch mol, s’isch später als du denksch“, frohlockten sie von der Bühne und hatten so manche Weisheit für die Gäste parat. Erfahrungswerte halt, aus Familie, Beruf und Alltag und aus Upfingens oinziger Wirtschaft, in der der Männergesangsverein zum „Freind, zum guete Freind“ wurde und „natürlich zum „gröschte Schatz den’s geit auf der Welt“.

 Sie machten den „Dagdieb“ zum Traumberuf, setzten ihren brillanten Trompeter auf Kinderstühlen ab und gingen lieber „Baden im See“ als den  „Baden-Württembergischen“ Grenzstreitigkeiten zu begegnen. Herrlich schräg und überaus temperamentvoll kamen sie daher, die Vollblutmusiker, die seit 25 Jahren die Bühnen im Land und den Nachbarländern mit viel Witz und Können erobern und erst Recht all ihre Gäste: Benny Jäger, der Mann, der den Kontrabass auch im Liegen spielte. „Flex“ Michael Flechsler, der brillante Schlagzeuger mit der blonden Zottelmähne. „Manne“ Manfred Arold, der Posaunist mit dem kampftechnischem Hüftschwung und Tenor „Selle“ Marcel Hafner, der Meister an den Saiten.

Der Spaßfaktor war riesengroß am Freitagabend am Gleis 1, bei Country-Sound und Rock’n Roll, bei zünftiger Blasmusik, bei Jazz, Blues, Folk und Heimatliedern, beim alten Serienhit vom  „Kung-Fu-Feigling“, bei schwäbischer Comedy und beim Wurstbrot das beim Vespern bis in die letzten Reihen flog. Und wer da leer ausging, der bekam Willi Forst’s „Du hast Glück bei den Fraun“ als Linsengericht serviert. Natürlich „mit Spätzle und Saite und ohne Salat“. An „einen unbekannten Strand“ lockten sie „Sabine Kowslowski“  im „Biene-Maja-Sound“ erster Güte und ließen sich von ihren Gästen immer wieder zu Zugaben überreden, bis dann „das Bimperle“ so herzzerreißend komisch wehtat und die Gäste noch einmal gefordert waren beim tosenden Applaus. Mit einem Lächeln im Gesicht ging da jeder nach Hause und das erwacht ganz automatisch wieder, beim jedem Gedanken daran.

Wildes Holz bringt beim Neujahrskonzert den Kulturschuppen zum Toben

18.01.2016 20:49

Das hat Meckenbeuren noch nicht gesehen

tl_files/kulturkreis_bilder/artikel/201601_wildesholz/010.JPGMeckenbeuren (wie) Auf ein gutes Neues Jahr haben der Kulturverein und die Bürgerservice GmbH mit ihren Gästen angestoßen und ihnen ein Neujahrskonzert beschert, wie man es noch nicht gesehen, geschweige denn gehört hat. „Wildes Holz“ nennen sich Tobias Reisige, Anto Karaula und Markus Conrads. Die Musiker aus Recklinghausen, die ihre Instrumente beherrschen wie kaum ein anderer und mit ganz viel Leidenschaft ihre Zuhörer restlos begeistern.

„Alles Gute“ wünschte der Kulturvereinsvorsitzende Max Jung den Gästen am Freitagabend mit einem Glas Sekt und „wildes Vergnügen“, mit dem „Wilden Holz“, das schon in den Startlöchern stand. Wie wild der Abend aber tatsächlich werden sollte, das hat da wohl noch keiner geahnt. Denn was diese drei leidenschaftlichen und professionellen Musiker da auf die Bühne zauberten, war wirklich eine Schau und ein herrliches genussvolles Hörerlebnis. Aus Italien hatten sie den „Moretti-Swing“ nach Meckenbeuren gebracht und sind ganz gefühlvoll in den Konzertabend gestartet.

Tobias Reisige an seiner Blockflöte oder einer von zwölfen, die auf der Bühne aufgereiht auf den Meister warteten, der sie zu spielen wusste, wie man es sich gar nicht vorstellen konnte. Der zwei auf einmal spielte, sie als Klöppel für die Trommel verwendete und auch einhändig sein Debut gab, während er mit seinen Partnern, die Bühne rockte oder sich ganz einfach mit ihnen unters Publikum mischte. Da erklang Bach, den sie Mozart nannten und mit Michael Jackson arrangierten oder „Venga Amor“, das Liebeslied, das das „Wilde Holz“ ganz zahm werden ließ.  Und wenn Reisige die Finger über die Klappen fliegen ließ, dann strapazierte Anto Karaula die Saiten bis zum Äußersten in brillanter Weise. Zeigte, wie rockig sich eine Konzertgitarre spielen lässt und wie genauso traumhaft glockenklar sie klingen kann. Und Markus Conrads wirbelte den Kontrabass durchs ganze Konzert, als wäre es aus Pappe, spielte heraus, was nur irgendwie möglich schien und ließ viel Leidenschaft spüren, bei den klassischen Stücken genauso wie, beim Rock, Popp oder Jazz.

Und wenn die Musiker dann mal eine Atempause machten, dann pfiffen die Gäste im Saal den Takt des Liedes, Klatschen oder schnipsten mit den Fingern, waren mitgerissen und restlos begeistert. Und spätestens bei der Fahrt durch die Hölle und AC/DC’s „Highway to hell“, da hielt sie nichts mehr auf den Stühlen. Unentwegt forderten sie Zugaben ein, trampelten dass der Schuppen fibrierte und beim großen Finale, da sangen sie einfach alle lächelnd mit: „Hey Pippi Langstrumpf, hollahi-hollaho-holl-hopsasa“.

„De Strawanza“ begeistern am Gleis 1 mit herrlichen Improvisationen und ganz viel Gefühl

21.12.2015 19:35

Augen zu, zurück lehnen und genießen

tl_files/kulturkreis_bilder/artikel/201512_strawanza/025.JPGMeckenbeuren (wie) Ein Weltenbummler-Quartett erster Klasse haben der Kulturverein und die Bürgerservice Meckenbeuren GmbH ihren Gästen am Samstagabend im Kulturschuppen geboten und ihnen sehr viel Freude bereitet. Denn so herrlich improvisiert haben sie die „Stille Nacht, Heilige Nacht“ noch nicht gehört und schon beim kleinen Wink von Strawanza-Gründer Mathi Kainz sangen sie alle gerne mit.

Grad so, als hätten sie nur darauf gewartet, stimmten sie mit ein. Sie hatten schon bei den ersten Tönen verhalten mit gesummt und sich gefreut, über dieses herrliche Konzert. Das Weltenbummler-Quartett, nahm sie mit auf die musikalische Reise durch die Welt, durch die Weihnachtszeit und die Gefühle. Sie ließen „Schneeflöckchen“ im Kulturschuppen fallen, zogen musikalisch mit Maria durch den Dornenwald und wurden „zum Kunstschmied für „Oh Tannenbaum“, der dieses Mal jazzig mit dem Saxophon daherkam, rockig mit dem E-Bass und harmonisch herrlich gestützt vom Mann am Cello.

„Wir haben de Strawanza schon beim Kulturufer kennengelernt“, war es in der Pause zu hören, „und mussten heute einfach hierher um sie noch einmal zu hören“. Weshalb das so war, das durften alle Gäste an diesem Abend selbst erleben beim Spiel vom Tenor- und Sopransaxophonisten Mathi Kainz und Susanne Obereder an der Drehorgel und als Sängerin. Sie haben die „De Strawanza“ ins Leben gerufen und werden im Quartett begleitet von Michael Karbowski an der Gitarre und Domenic Gaito/JuGhan am Kontrabass. Ein Quartett haben sie geschaffen, das durch Leidenschaft besticht, das seine Instrumente so herrlich zu spielen weiß und Können zeigte und ganz viel Gefühl bei ihren stimmungs- und temperamentvollen Improvisationen.

Beim spanischen Liebeslied genauso wie beim Tanz der Brasilianerinnen oder beim polnischen Weihnachtsblues von „Maria und Josef und ihrem Baby, das sie in unwirtlicher Umgebung zur Welt bringen mussten“. „Still, still, still, weil s’Kindlein schlafen will“ schallte es ebenso sanft von Meckenbeurens Kulturbühne. Zumindest zu Beginn des alten Kinderliedes. Denn bei den jazzigen Passagen, wäre es vorbei gewesen mit Kindlein’s Schlaf. Restlos begeistert war das Publikum von den professionellen Musikern, vom Gesang der Sängerinnen und den herrlichen Improvisationen und dankte es ihnen mit ganz viel Applaus.

Kabarett Volksdampf überzeugt musikalisch, hormonell und geht übers Ohr nei ins Dings

04.05.2015 11:09

Nur bei der Blödheit, da hilft nix

Meckenbeuren (wie) „Schöne Grüße aus dem Hinterhalt“ haben sie gesendet, Lisa Greiner, Suso Engelhart und Reiner Muffler vom Kabarett Volksdampf und die Gäste herzhaft zum Lachen gebracht. Oder sie ganz still werden lassen, wenn’s Thema brisant geworden ist. So gar nicht still aber war es beim Applaus der Gäste, die die herrliche Truppe gar nicht von der Bühne lassen wollten.

 „Wir allein sind heute für sie zuständig“, frohlockten sie sogleich von der Bühne und verkündeten die Zielvorgabe des Abends: „ Nach der Vorstellung sollten sie besser drauf sein als vorher. Also schrauben sie ihre Erwartungen gleich mal um 20 Prozent zurück“. Weit unter den Steffel stellten sie ihr Licht und bewiesen sogleich das Gegenteil. „Mit Musik kriegen wir sie alle“, behaupteten sie, „denn die isch hormonell und übers Ohr, da kommen wir rein ins äh Dings“. Sie legten los. Nannten die CDU aus Minderheitenschutz keinen verlogenen Haufen, ließen bei Schäuble die Luft nicht aus den Rollstuhlrädern oder hauten die Moslems nicht in die Pfanne, „weil die bestimmt glei eigschnappt wäret“.

Ihre „Fundamentalkritik an digitalen Medien“ hielten sie genauso wenig zurück, wie die Frage nach dem Sinn des Lebens. „Denn nach dem Tod isch Schluss mit luschtig“, wussten sie und schrieben vorsorglich Emailadresse samt Handynummer auf den Grabstein oder hielten sich an Heine: „Hier ruhen meine Gebeine. Ich wünscht, es wären Deine“. Tja, so ist es halt, „wenn der Gärtner ins Gras beißt, die Putzfrau nie wieder kehrt oder der Gynäkologe scheidet dahin“. Was die Träger des Kleinkunstpreises 2012 so alles zu bieten hatten, das war schon eine Schau und auch musikalisch setzten sie ihre Glanzpunkte: Wenn Reiner Muffler seinen Mülleimer malträtierte, ihm die verschiedensten Paukentöne entlockte und Glocken erklingen ließ. Dazu Lisa Greiner ihre Geige zückte und Suso Engelhart gekonnt in die Saiten seiner Instrumente griff.

Beim Einsatz vom I-Pad aber bei autistischen Kindern oder beim Appell zur Sorgenfreiheit in Fukushima, „sonscht kommt zur Leukämie noch die Depression“, da wurde es ganz still im Saal.

Kein Blatt nahmen sie vor den Mund, mischten gnadenlos die ganze Welt auf, die Kirche und auch die Superreichen und riefen als Eurasische Kontinentalplatte zur Gelassenheit auf: „Ball flachhalten. Des goht alles wieder vorbei“. Und dass sich kein Gast mehr Sorgen um seine Zukunft zu machen braucht, das ist jetzt auch jedem klar. Denn für die Falten gibt’s Make-up, den Busen zum Geburtstag und für die Hüfte ein neues Gelenk. „Bloß bei der Blödheit. Do hilft nix!“. In rasendem Tempo „wie der Fortschritt eben auch“, rasten sie über Meckenbeurens Kulturbühne und setzten mit Reiner Muffler als italienischem Tenor einen Schlusspunkt, der die Gäste noch einmal zu tosendem Beifall rief.

Kunsthandwerk befreit und macht den Kopf frei

24.04.2015 13:37

Joschi Kessler vereint Malerei, Bildhauerei, Naturschönheiten, Literatur und Musik am Gleis 1

Meckenbeuren (wie) Gleich drei Künstler der Region hat sich Joschi Kessler ins Boot geholt, für seine Kunstausstellung, die schon zur Eröffnung viele Gäste in den Kulturschuppen gelockt hat. Herrlich bunt leuchteten die großen Bilder das ganze Wochenende über von den dunklen Holzwänden und die Skulpturen aus warmem Holz und kühlem Stein haben herrliche Kontraste geboten. Mit der Musik der Big Band Blue Notes und den literarischen Einlagen von Schauspielerin Sabine Lorenz haben sich die Gäste über ein ganzes Paket an Kunstrichtungen freuen dürfen.

In einem Film hatte Joschi Kessler sein kreatives Wirken zusammengefasst und bei der Eröffnung gezeigt, wie er auf die Suche geht nach seinen Schätzen. Nach dem Schwemmholz, das er überaus kreativ und handwerklich ausgefeilt zu Kunstwerken erhebt. Zu erkennen war, woher seine Inspirationen kommen und woraus er die Kreativität schöpft, angesichts der herrlichen Bilder rund um und auf dem Bodensee. „Die Natur ist immer noch das Schönste, alles ein Unikat. Und nach dem Specht, da komme ich“, sagte Kessler und das Ergebnis sahen die Gäste in seinen schönen Skulpturen, die ihre Fantasien anregten, auf der Suche nach den Motiven.

„One moment in time“, spielte dazu die Big Band „Blue Notes“ unter der Leitung von Richard Nickel und setzte gekonnt musikalische Akzente zur handwerklichen Kunst. Eine perfekte Ergänzung, die auf der Bühne die Leidenschaft der Individualisten zeigte, wie unten im Saal die der Maler, Bildhauer und Kunsthandwerker. Dazu gehörte auch Schauspielerin Sabine Lorenz, die sich in Theater, Fernsehen und Kino schon einen Namen gemacht hat und an diesem schönen Abend Gedichte und Kurzgeschichten las. Im täglichen Leben nutzt Adelinde Wanner ihre Acryl & Pigment-Malerei und weiß die Kraft ihres Kunsthandwerks auch pädagogisch einzusetzen. Herzensmomente sind es für sie, wenn „Jugendliche frei und offen werden“, auf diesem schönen Weg. Für ihre farbenfrohen Bilder mischt sie die Farben selbst, grad so, wie sie fühlt, wie sie sie braucht, jetzt in diesem Moment.

Mit Kraft geht Hubert Sterk ans Werk. Der Geschäftsmann aus dem Natursteinbereich, der mit Hammer und Meißel die Natur zu bändigen versucht, der „sich mit Klopfen und Hämmern den Kopf frei macht, auch wenn er sich dabei mal auf die Finger haut“. „Und dann kommt da auch noch was raus dabei“, freute er sich. Sein erstes Kunstwerk etwa, die perfekt geformte Büste aus schwarz-goldenem Marmor, die schlussendlich hochpoliert und von edlem Glanz zum Anfassen einlud. Den tieferen Sinn im Leben sucht Arno F. Dirksen in seiner Malerei, der sich dabei „von den Farben führen lässt“. Der seine Werke „sterben lässt“, wenn er sie immer und immer wieder neu übermalt, um neue Effekte zu schaffen und seine Farben zum Leuchten zu bringen. Als Lehrer und Regisseur war er schon unterwegs und ist es gewohnt Räume zu bespielen. Das ist ihm im Kulturschuppen am Gleis 1 ganz herrlich gelungen. Zusammen mit Adelinde Wanner hat er die Kunstwerke umrahmt, die im Saal zu bewundern waren.

Kulturplan

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